Dokumente und Darstellungen

Definition „Leichte Luftsportgeräte“ /  LL

Zur Jahreswende 2015 / 16 hat das Ministerium (BMVI) nach einer Reihe von  Besprechungen die Interpretation des § 11 LuftGerPV Abs.4 entsprechend der Sicht der Verbände anerkannt und dies u.a. in einer E-Mail an den Betreiber dieses Blogs bestätigt:

LL unterscheiden sich von einsitzigen UL technisch / in der Anwendung der Bauvorschriften nun nur noch durch die Begrenzung der Leermasse auf maximal 120 kg. Jede europäische, also auch deutsche UL-Zulassung durch DULV oder DAeC wird für eine Eintragung als LL unmittelbar anerkannt.

Die Rechtsabteilung des Ministeriums hatte klargestellt, dass deutsche UL-Zulassungen nach LTF-UL 2003 in gleicher Weise für die Eintragung von Geräten als „Leichtes Luftsportgerät“ gültig sind wie andere europäische UL- Zulassungen. Damit wird die Bauvorschrift LTF-L, in der nach § LTF-L3 Leistungsbegrenzungen festgeschrieben sind und für die es auch seit Januar 2014 keine Prüfstelle mehr gibt, schlichtweg überflüssig.

Die deutschen Prüfungen Nach LTF-UL 2003 können nun auch wieder für alle zukünftigen120 kg  LL-Flieger von den beauftragten Verbänden durchgeführt werden, denen ja die 120 kg – Prüfungen Ende 2013 entzogen wurden. Die einzige zusätzliche Bedingung für die auf Wunsch erfolgende Eintragung als LL ist das Leergewicht von maximal 120 kg. Alle weiteren Einschränkungen der Flächenbelastung, des Tankvolumens und der Vmin von 55 km/h, wie nach LTF-L gefordert war, entfallen ersatzlos.

Beispiel Frankreich: FICHE D´IDENTIFICATION U.L.M

Jeder einsitzige Motor-Deiachser, der in Frankreich eine Registrierung und eine Leermasse bis max. 120 kg nachweist, wird in Deutschland auf Wunsch als LL eingetragen:

 

 

ficheidentification

 

 

Blick zurück auf die Historie:

Die nun überflüssige Bauvorschrift für die deutsche 120 kg – Klasse:

LTF-L

Vergleich zu Ländern, in denen es ebenfalls eine separate Gruppe / Klasse „deregulierter“ Dreiachser gibt:

Part 103 Regelung USA:

FAR Part 103

SSDR – Regelung England:

Die 115 kg – Klasse ist abgeschafft. Es erfolgt keine Regelung mehr über das Leergewicht. Alle Einsitzer – Microlights bis 300 / 315 kg MTOW gelten als „dereguliert“ (SSDR):

Dieser Schritt wäre auch für Deutschland eine pragmatische Lösung. Gerade dann, wenn sich die UL-KLasse mit den angestrebten 600 kg Abfluggewicht in die Gewichtsklasse der LSA hineinbegibt.

Die alte, ungültige Regelung: LAA Operating Deregulated Microlights

Die neue, gültige Regelung: Neue-SSDR-Regelung-in-UK

Ursprüngliche Bauvorschriften leichte Segelflugzeuge

Hierzu wurde vom DULSV ein „Anhang Motor“ eingereicht. Praktisch ohne inhaltliche Veränderung wurde von den Behörden der Anhang Motor eingearbeitet, was die Bauvorschriften LTF-L für motorisierte und nicht motorisierte LL-Dreiachser ergab:

Bauvorschriften leichte Segelflugzeuge

Geltungsbereich L-Lizenz für leichte Luftsportgeräte Bauart Dreiachs

Ein Luftfahrerschein für Führer von Luftsportgeräten berechtigt den Inhaber zum Führen von Luftsportgeräten der jeweils in den Luftfahrerschein eingetragenen Art.

Eingetragen ist unter IX:

  • Luftsportgeräte, die nach § 1 Abs. 4 Nr. 1 LuftVZO musterzulassungsbefreit sind
  • und unter XII die Bauart: „Leichte Luftsportgeräte der Bauart Dreiachs“ (Als Dreiachs-Pilot darf man natürlich nicht einfach ein 120 kg -Trike oder der einen Motorschirm fliegen)

LL-Lizenz Dreiachser

Dreiachser, die nicht entsprechend  § 1 Abs. 4 Nr. 1 LuftVZO musterzulassungsbefreit sind, können nicht mit der L-Lizenz betrieben werden. Anders gesagt: Nur die 3 Flieger, die noch nach LTF-L mustergeprüft wurden sowie jene, oder die entsprechend §11 Abs. 4 LuftGerPV als LL eingetragen wurden,können von Inhabern des L-Scheins geflogen werden.

Juristisch gesehen: Ein Flieger mit 119 kg Leermasse, der aber noch als UL zugelassenen ist, darf mit der L-Lizenz nicht bewegt werden. Er ist auch nicht von der Kennzeichen- und Nachprüfpflicht befreit. Wer ihn mit dem L-Schein fliegt, fliegt ohne gültige Lizenz und damit ohne Versicherungsschutz.

Anerkennung europäischer Lizenzen

Auch ein Deutscher mit Wohnsitz in Deutschland, der z.B. nur eine französische UL-Lizenz besitzt, darf damit ein für Deutschland zugelassenes Leichtes Luftsportgerät in Deutschland betreiben- sofern sich die beauftragten Verbände DULV und DAeC nicht querstellen: Das Luftfahrt-Bundesamt LBA auf Anfrage der Redaktion „Flügel, das Magazin“ zur Gültigkeit der französischen UL-Lizenz, um damit in Deutschland ein „Leichtes Luftsportgerät“ (120 kg – Klasse) fliegen zu können:

 Gesendet: Donnerstag, 17. Juli 2014 um 10:35 Uhr / Von: „Cornelia Cramer <Cornelia.Cramer@lba.de> / An: „Werner Pfändler“ <werner@flying-pages.com> /Betreff: Antw: FLÜGEL-Leser Anfrage wegen 120kg-Lizenz / SPL-L

Sehr geehrter Herr Pfändler,

vielen Dank für Ihre Anfrage an das Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Dazu können wir Ihnen folgendes mitteilen:

Zu der Frage 1): Darf ein ausländischer Besitzer einer französischen UL-Lizenz in Deutschland mit einem in Deutschland zugelassenen 120 kg-Einsitzer-UL fliegen?

Antwort LBA: Unter Berücksichtigung der Vorgaben im § 28 Absatz 4 der Luftverkehrs-Zulassungsordnung (LuftVZO) kann die Frage mit Ja beantwortet werden. Was beinhaltet, dass die jeweilige Lizenz vom Beauftragten nach § 31c des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) anerkannt worden ist – siehe §28, Absatz 4, Satz 3. der LuftVZO.

Zu der Frage 2): Darf ein Besitzer einer französischen UL-Lizenz, der in Deutschland wohnhaft ist, in Deutschland mit einem in Deutschland zugelassenen 120kg-Einsitzer-UL fliegen?

Antwort LBA: siehe Antwort zu Frage 1).

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Cornelia Cramer

Luftfahrt-Bundesamt, Leiterin Sachgebiet SBl 3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit E-Mail: Cornelia.Cramer@lba.de

Übersetzung ins Umgangs-Deutsche: Wenn die französische Lizenz nicht anerkannt wird, liegt das nicht am LBA, sondern an unseren „Interessenvertretern“, den „Beauftragten Verbänden“. Die sind gerne restriktiver als die Gesetzgeber, wenn ihre (wirtschaftliche) Interessenlage berührt wird.

Beim Einflug französischer UL-Piloten nach Deutschland genügt den Verbänden die Qualifikation der französischen Lizenz sogar für „große“ UL. Doch für „Leichte Luftsportgeräte“ soll sie nicht genügen, weil dadurch ein oder zwei Dutzend Lizenzen weniger ausgestellt und verwaltet werden können?

Leider kam weder vom DULV noch vom DAeC eine Antwort, als „Flügel, das Magazin“ dort anfragte. Man darf interpretieren: „Das ist auch eine Antwort“.

Historie Bauvorschriften

Information LSG-B vom 02.02.2010:

Der DAeC hat sofort nach Integration der motorisierten Dreiachser in die Gruppe der „Deregulierten“ darauf hingewiesen, dass für diese Geräte Bauvorschriften verabschiedet werden müssen:

Verweis ausstehende Bauvorschriften 2.2.10

Zu diesem Zeitpunkt hatte der DAeC noch die Freiheit, vom DULV abweichende Auffassungen zu vertreten, der die unveränderte Übernahme der Bauvorschriften LTF-UL 2003 forderte.

Nach Darstellung des DAeC vom 02.02.2010 war / ist  selbstverständlich, dass für die 120 Kg-Dreiachser spezielle Bauvorschriften festgelegt und verabschiedet werden müssen – wie zuvor bei den leichten Segelflugzeugen /„Gleitflugzeugen“

Siehe hierzu die Historie:

http://ultraleicht120.de/2012/02/22/rennziegen-seilschaft/