Flieger Projekte

Durch die Möglichkeit der LL – Zulassung“ entsprechend § 11 Abs. 4 der LuftGerPV hat diese Rubrik „Projekte“ eine deutlich größere Bedeutung bekommen:

Private Einzelstücke und Amateurbauten ….

…lassen sich nun in der 120 kg – Klasse so einfach und kostengünstig wie in Frankreich legal in die Luft bringen. Ganz ohne die umfangreichen und teuren Nachweise, wie sie nach LTF-L oder auch LTF-UL nötig sind.

Grund: Der Halter / Pilot ist z.B. bei einer Einzelstück-Zulassung in Frankreich ganz allein selbst dafür verantwortlich, ob sein Gerät flugtauglich ist oder nicht. Wer also einem Hersteller vertraut, der z.B. in den USA  Bausätze für Part 103 Flieger verkauft, kann es so machen wie ein Amerikaner: Bauen, in Frankreich als Eigenbau zulassen und dann mit dem FICHE D´IDENTIFICATION U.L.M  und einem glaubhaften Wägebericht, der maximal 120 kg Leermasse ausweist, zum Luftsportgeräte-Büro des DAeC oder zum DULV gehen.

Wer sich den Gang zu den französischen Behörden sparen möchte, wendet sich am besten an den DVLL, Sektion Motorflug (vormals VMLL), Hans-Peter Schneider. Der kennt sich mit dieser Thematik bestens aus und nennt auch auch einen erfahrenen Mittelsmann in Frankreich.

Wichtig ist, dass es sich um einen Eigenbau oder um ein tatsächliches Einzelstück handelt. Sehen die französischen Behörden, dass es sich um einen kommerziell hergestellten Flieger oder auch nur Bausatz handelt, ist der Status als Einzelstück verspielt.

Ganz einfach haben es jetzt die Liebhaber kleiner UL-Klassiker wie der Ur-Motte von Michael Platzer:  Auch die alten Zulassungen nach BFU 84 sind als europäische Zulassungen voll gültig,  Gleiches gilt z. B. für eine Fisher FP 202 Koala, wenn sie wie das mit F33 Motor zugelassene Exemplar das 120 kg – Limit einhält.Beide Geräte fliegen bereits als LL.

Anders gesagt: Die Deutschen dürfen jetzt, was Amerikaner, Franzosen oder Italiener schon immer dürfen und tun : Einen kleinen Einsitzer, dessen Konstruktion und Herstellung sie selbst verantworten, kaufen bzw. bauen und mit minimalen Zulassungskosten in Eigenverantwortung als 120 kg LL in Deutschland betreiben.

Und wer will, kann ja mit überschaubaren Zusatzkosten z.B. zumindest die sicheren Lasten zerstörungsfrei überprüfen lassen, wie das bei Amateurbauten in den größeren Klassen üblich ist. Selbst dann spart der Käufer / Amateurbauer  noch immer sehr viel Geld gegenüber einer vollständigen Prüfung und Zulassung .

 Durchführung der regulären Zulassung in Frankreich

Auch für eine Zulassung, welche den gewerblichen Vertrieb einschließt, werden in Frankreich Nachweise verlangt, für deren Richtigkeit allein der Antragsteller verantwortlich ist (deklaratives Verfahren). Dies ist deutlich preiswerter als eine Zulassung in Deutschland.

Verkehrszulassung des Musters in Deutschland als Basis

Für die VZ der „großen“ UL haben DULV und DAeC als „Beauftragte“ des LBA die Berechtigungen. Die Verkehrszulassung ermöglicht dann, den Flieger in einer 120 kg – Version z.B. mit leichtem Zweitakter als LL eintragen zu lassen. Mit einer Erweiterung der Zulassung auf einen schwereren Viertakter und entsprechend  höherem Leergewicht kann eine Muster-Variante dann in der zulassungspflichtigen Klasse bis 315 kg MTOW vermarktet werden – vor allem auch nach England, weil die Definition der „Deregulierten“ (SSDR) dort nun genau diese Klasse umfasst.

Kurz: Die hier vorgestellten Flieger

  • ……..können bei einem Leergewicht bis zu120 kg  als Einzelstücke oder Amateurbauten  auf einfachste, kostengünstigste Weise eine Europa-Zulassung für den Betrieb als LL erlangen.
  • ……..können von interessierten Gruppen direkt über eine Europa-Zulassung des Musters mit im Aufwand überschaubaren Nachweisen  in beliebiger Zahl importiert oder hergestellt werden. Je nach der erbrachten Eigenleistung liegen die Gesamtkosten bei 7000 bis 9000 Euro. Geteilt durch z. B. acht Personen ist der Aufpreis bei einem Import zu verschmerzen.

Natürlich können von gewerblichen Anbietern der eine oder andere Flieger aus dem internationalen Angebot insbesondere aus USA eventuell für eine Musterprüfung nach LTF-UL 2003 in Deutschland  tauglich gemacht werden. Hierbei werden aber praktisch immer erhebliche Nacharbeiten an der Konstruktion nötig sein, z.B. um die sehr hohen Lastannahmen für die Entfaltungsstöße der Rettungssysteme bei LTF-UL zu erfüllen.

Anders gesagt: Insbesondere der einzelne Pilot oder eine Gruppe Gleichgesinnter  kann aus einem breit gefächerten internationalen Angebot einen 120 kg-Dreiachser auswählen und mit geringstem Zulassungsaufwand in Deutschland legal als LL betreiben!

Einige Beispiele, die Seite wird von Zeit zu Zeit ergänzt werden.

120 kg Mitchel Wing

Ein VMLL-Mitglied kann seinen klassischen Nurflügler „Mitchell Wing“ durch eine Europa-Zulassung nun ganz legal in Deutschland  in der 120 kg – Klasse betreiben:

Mitchell Wing

Die Zulassung erfolgte in Frankreich als Einzelstück / Eigenbau. Mit dem „Fiche d´ Identification“ und dem Nachweis der 120 kg – Eckwerte nach § 3 LTF-L ist der Flieger im Betrieb den Fliegern mit kompletter Musterprüfung nach LTF-L gleichgestellt. Der Mitchell Wing fliegt schon seit Jahrzehnten in mehreren Exemplaren als UL mit alter Verkehrszulassung nach BFU 84 in Deutschland.

Daten zum Mitchell Wing B

Beschreibung des Eigners:

„Der Flügel des Mitchell Wing B-10 wurde ursprünglich als Drachenflügel entwickelt unter dem der Pilot in liegender Position das Gerät steuert. Der Mitchell-Drachen hält meines Wissens noch diverse Rekorde, obwohl die Konstruktion über 30 Jahre alt ist. Dies liegt sicherlich an der hohen aerodynamischen Güte des freitragenden sehr formstabilen Flügels. Der dreiteilige Flügel kann ohne Weiteres auf dem Autodach tranprtiert werden. Dazu werden die Außenflügel umgeklappt, sodass die Länge dann nur noch 5,5 m beträgt (wichtig für Drachenflieger).

Mit unserem UL-Mitchell haben wir 1984 gleich den ersten UL-Wettbewerb (Diamant Trophy) in Deutschland gewonnen. Neben Navigationsaufgaben und Ziellandung waren geringe Lärmbelastung und geringer Benzinverbrauch wichtige Disziplinen. Hieraus kann man die gute aerodynamische Qualität ablesen. Der erste Motor war ein 8 KW Sachs-Wankelmotor, das Steigen lag bei 1 m/s. Jetzt fliegen wir mit 18 KW König Motor und das Teil steigt wie Sau – 3,5 m/s.

Im Langsamflug ist der Mitchell sehr gutmütig und bleibt immer steuerbar. Die Ruder werden, da sie unterhalb versetzt am Flügel angebracht sind, immer optimal angeströmt. Im Schnellflug muss man mit dem Höhenruder sehr sensibel umgehen. Auch bei starker, turbulenter Thermik ist man sehr gefordert. Die Seitenruder (Winglets) sind sehr gut wirksam und machen sogar ein positives Wendemoment, bedeutet bei Ausschlag Seitenruder rechts geht auch der rechte Flügel nach unten. Man kann den Knüppel loslassen und nur mit den Seitenrudern (Füßen) fliegen.

Start und Landung sind absolut unproblematisch. Die Landung ist auch Im Segelflug kein Problem. Die Startstrecke beträgt maximal 200 m.

Ohne Motor beträgt das geringste Sinken etwa 0,7 m/s bei 60 km/h, den Gleitwinkel schätze ich auf 1:19.“

Mitchell Wing B-10 Blatt 2

Weitere Ansichten:

Mitchell Wing B-10_mehr Maße_Blatt__1

Der VMLL hat das Know – how und hilft Interessenten bei der Europa-Zulassung.

 

 Hummel Ultra-Cruiser

Aktualisierung: Ein Hummel Ultracruiser iist in Deutschland und befindet sich im Zulassungsverfahren:

Ultracruiser mit VW-Motor im 120 kg -Limit

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Mindestens 4 Piloten haben bereits ihr Interesse geäußert, diesen attraktiven Tiefdecker zu bauen und in der 120 kg – Klasse zu betreiben:

Cropped UC 249

Es ist ein ideales potenzielles 120 kg – Gerät, denn es fliegt in USA legal in Part 103 (noch stärkere Limitierungen als bei uns die 120er, dafür braucht man nicht einmal einen Flugschein… )

http://www.flyhummel.com/ultra-cruiser

Über den 120 kg – Talk auf dieser Seite und über den VMLL hat sich bereits eine Interessenten-Gruppe zusammengefunden, die den Flieger bauen will. Aber auch als Einzelstück / Amateurbau ist die Zulassung so günstig, dass sich sogar ein Alleingang lohnt!

Alles, was an Know-how und Vorlagen / Kontakten in Frankreich benötigt wird, bekommt man über den VMLL bzw. über Hans-Peter Schneider, den 1. Vorsitzenden www.vmll.de

 

Fisher Avenger

Das Gegenstück zum Hummel Ultracruiser in der für Selbstbauer eher vertrauten Holzbauweise: Die Fisher Avenger bietet ein offenes, aber höher abschließendes Cockpit, das ebenfalls im Winter mit einer Haube geschlossen werden kann. Die klassische Anmutung gefällt vielen, bei den Flügelstreben, die in das ungefederte Fahrwerk einmünden, gehen die Meinungen allerdings etwas auseinander.

Dennoch: Ein esehr attraktive Alternative für Selbstbauer von einem Hersteller mit gutem Namen, der z. B. mit der zugelassenen Koala FP 202 schon seit Jahrzehnten in Deutschland präsent ist.

www.fisherflying.com

 

Fokker E III Eindecker 3/4

Airdrome Aeroplanes / USA hat eine ganze Reihe interessanter Repliken klassischer Flieger entwickelt, die als FAR – 103 Ultralight gebaut werden können. Mit Blick auf das Gewicht besonders interessant ist der 3/4 Nachbau „Fokker E-III Eindecker“.

http://www.airdromeaeroplanes.com/

Grass Strip Aviation in England hat dieses Modell für den SSDR-Markt  (115 kg) angepasst. Der Fieger kann so leicht gebaut werden, dass auch in dieser deregulierten Klasse der Einsatz eines gut klingenden B+S Viertakters möglich ist.

http://www.grass-strip-aviation.com/

Vieles spricht dafür, das dieser „Eyecatcher“  nach LTF-L in Deutschland geprüft und in der 120 Kilo-Klasse fliegen könnte.

Der „Eindecker“ ist sicher kein Gerät, mit dem man Strecke machen will. Aber dafür ein ganz besonders attraktives Angebot für Piloten, denen ein ursprünglicheres Flugerleben wichtiger ist als größere Distanzen von A nach B.

 

Video 1

Video 2

Video 3

Vier Klassiker

Drei einsitzige Klassiker mit bestehender Verkehrszulassung, die jetzt in die 120 kg-Klasse kommen können:

Diese wunderbare „Ur-Motte“ konnte inzwischen durch die Anerkennung der deutschen UL-Zulassung als Leichtes Luftsportgerät eingetragen werden.

Mit einem leichten F33 Motor liegt diese Koala FP 202 innerhalb des Gewichtslimits und erfüllt alle 120 kg - Eckdaten nach § LTF-L3

Mit einem leichten F33 Motor liegt diese Koala FP 202 innerhalb des Gewichtslimits und erfüllt alle 120 kg – Eckdaten nach § LTF-L3. Ein Einzelstück ist bereits so zugelassen und fliegt bei uns.

Oben: Der „Quicksilver“, die „Ur-Motte“ von Michael Platzer (Konstrukteur des Kiebitz Doppeldeckers) und der Fisher FP 202 Koala.

Unten: Flog schon einmal in Deutschland, aber ohne VZ: Der Zweiachser (!) „Easy Riser“ wagt den Anlauf auf die Musterprüfung nach LTF-L (hier Version ohne Leitwerk):

Interessenten können sich wenden an den „Hersteller“: lars_urban7@yahoo.com

 

Nieuport 11

Ein 120 kg -Traum, der mit etwas Material-Innovation wahr werden kann! Die 7/8 Replica des WK I – Jägers Nieuport 11 stammt von Graham Lee.

Vorläufig wohl leider nur etwas zum Träumen! Denn die Chancen für eine Realisierung innerhalb von 120 kg Leergewicht sind mit klassischem Material bislang eher gering: Das wunderschöne WK I Jagdflugzeug Nieuport 11 als 7/8 Replika von Circa Reproductions.

Auf der Homepage steht zwar zu lesen, dass dieser kleine Doppeldecker als Ultralight nach Part 103 gebaut werden kann, wenn z. B. besonders leichte Räder benutzt werden. Aber wenn die Festigkeitsanforderungen der Musterprüfung erfüllt werden sollen, dürfte die Zelle das eine oder andere Kilo an Gewicht zulegen.

http://www.nieuports.com/

Wenn solch ein Flieger aber von vornherein für die bei uns gültigen Bauvorschriften LTF-L inklusive Einleitung der Kräfte des Rettungssystems konzeptionell ausgelegt und überarbeitet würde – wer weiß: Vielleicht sieht man doch noch in der 120er-Klasse in absehbarer Zeit einige vermutlich „vorgerückte“ Semester, die in die Abendsonne hinein mit einer Rotte kleiner WK I Repliken zu einer genüsslichen und überaus friedlichen „Dawn Patrol“ starten!

Anregung: Bausätze Part 103

Der US-Markt bietet eine Fülle von Geräten, von denen einige eventuell den Weg nach Deutschland und durch die Musterprüfung finden könnten. Als Anregung dieser „Buyers Guide“

http://www.ultralightnews.com/ssulbg/index.html

Natürlich: Kaum eines der Muster wird ganz ohne Änderungen den Bauvorschriften Entsprechen – unabhängig vom Einbau eines Rettungsgerätes. Aber vielleicht findet sich der eine oder andere Musterbetreuer….